Diana Stachowitz fordert Abschaffung der Zeitumstellung

22. Oktober 2020

Diana Stachowitz, SPD-Landtagsabgeordnete für den Münchner Norden

Am 25. Oktober 2020 wird die Uhr wieder um eine Stunde - von Sommer- auf Winterzeit - umgestellt. Die Winterzeit ist die mitteleuropäische Zeit (MEZ). Ursprünglich wurde die Sommerzeit im Jahr 1980 eingeführt, um im Sommer Energie zu sparen und das Tageslicht besser zu nutzen. Seit 1996 gilt die Sommerzeit EU-weit und beginnt jeweils am letzten Sonntag im März. Am letzten Sonntag im Oktober werden die Uhren dann in allen Staaten der Europäischen Union wieder auf die Winterzeit – also die Normalzeit – zurückgedreht. "Die Kosten, die durch die Zeitumstellung jedes Jahr verursacht werden, stehen nicht in Relation zu den erhofften Einsparnissen im Energieverbrauch, die laut belastbarer Studien regional nur sehr gering sind," sagt Diana Stachowitz, Landtagsabgeordnete für den Münchner Norden.

Zu den Kosten, die durch die Zeitumstellung entstehen, zählen nicht nur der administrative Aufwand, wie z.B. die Umstellung der Uhren, sondern vor allem auch Beeinträchtigungen des Schlafzyklus und damit ausgeprägte Biorhythmusstörungen bei Menschen und auch Tieren. Diese wiederum erhöhen das Aufkommen an Verkehrsunfällen und sorgen für reduzierte Leistung am Arbeitsplatz. Gleichzeitig gibt es einen Mehrverbrauch an Heizenergie und Treibstoff.

In einer Online-Befragung der EU-Kommission zur Zeitumstellung aus dem Jahr 2018 stimmte die große Mehrheit (84 Prozent) der 4,6 Millionen Teilnehmerinnen für die Abschaffung der Zeitumstellung. 3 Millionen der Teilnehmerinnen kamen aus Deutschland. "Das ist ein klares Votum und eine deutliche Aufforderung an die Bundesregierung, die Abschaffung der Zeitumstellung auf europäischer Ebene voranzutreiben", sagt Diana Stachowitz.

Das EU-Parlament stimmte im März 2019 für die Abschaffung, die bis 2021 umgesetzt werden sollte. Hierfür sollte jedes Mitgliedsland eine Präferenz abgeben, ob dauerhaft die Sommer- oder die Winterzeit gelten solle. "Seitdem ist nicht viel passiert", so Stachowitz. "Dabei hätte die Bundesregierung im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft jetzt die Möglichkeit, das Thema anzugehen und abzuschließen."

Laut DAK-Umfrage aus dem September 2019 wünschen sich über zwei Drittel der Deutschen eine europaweit einheitliche Zeitregelung. Eine einstimmige Entscheidung für die Sommer- oder Winterzeit für alle Staaten der EU schätzt die Abgeordnete als unrealistisch ein. Weitreichende Folgen hätte ein "Flickenteppich" mit europaweit unterschiedlichen Zeitzonen aber nicht, meint Diana Stachowitz: "Ich finde, ein bis zwei Stunden Zeitunterschied zwischen den Mitgliedstaaten wären vertretbar und dürfen nicht dramatisiert werden. Wichtig wäre, dass das Thema endlich wieder auf europäischer Ebene diskutiert wird. Die Menschen haben sich ganz klar für die Abschaffung ausgesprochen - dieses Votum gilt es zu respektieren und umzusetzen. Wenn die Politik das einfach ignoriert, brauchen wir uns über mangelndes politisches Interesse oder Engagement nicht beschweren."