„Pflegegeld schafft keinen Pflegekräfte-Nachwuchs!“

30. August 2018

Diana Stachowitz fordert „3+2-Regelung“ auch für Ausbildung von Pflegekräften

Diana Stachowitz, MdL im Gespräch mit Pflegekräften

In München fehlen Pflegekräfte. Und das schon lange. Bisher haben alle Bemühungen, mehr junge Menschen für den Pflegeberuf zu motivieren, nichts genützt. Im Juli fehlten beispielsweise in den Münchner Kliniken 320 Pflegekräfte. Viele holen sich Kräfte aus dem Ausland. „Das wird die Situation aber nicht entspannen und bringt neue Probleme mit sich, zum Beispiel in Bezug auf die Ausbildung und die Sprache,“ weiß Diana Stachowitz. Die Abgeordnete aus dem Münchner Norden hat in der parlamentarischen Sommerpause eine Reihe von Altenpflegeeinrichtungen in München besucht.

„Es gäbe eine gute und einfache Lösung, um die Pflegesituation zu entspannen,“ sagt sie. Die Politikerin, die selbst den sozialen Beruf der Erzieherin erlernt hat, meint damit junge Geflüchtete, die in Bayern die Pflegefachhelfer-Ausbildung machen. „Diese jungen Leute, von denen viele als unbegleitete minderjährige Flüchtlinge zu uns gekommen sind, sind sehr engagiert, haben Spaß an der Ausbildung und möchten natürlich nach ihrem Abschluss hier in der Pflege arbeiten.“ Allerdings geht das heute in Bayern nicht. „Ein Unding“, so Stachowitz. „Von den 9.000 Absolventen der so genannten Berufsintegrationsklassen haben 4.500 – also die Hälfte – keinen anerkannten Status. Sie bekommen also keine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung und stehen damit dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung. Und das, obwohl sie eine entsprechende Ausbildung in Deutschland absolviert haben und dringend bei uns gebraucht werden!“

Das Problem: In Bayern gilt die Pflegefachhelfer-Ausbildung als Schule. Das heißt: Die Regelung, die Flüchtlingen nach Ende der Ausbildung mindestens zwei Jahren Arbeit im erlernten Beruf ermöglicht, greift hier nicht. Die Pflegeschüler können nach beendeter Ausbildung jederzeit abgeschoben werden, sofern sie noch nicht als Asylbewerber anerkannt wurden.

Diana Stachowitz schlägt deshalb vor: „Wir sollten auch in der Pflege die dreijährige Ausbildung auf den Weg bringen, z.B. ein Berufsintegrationsjahr und danach zwei Jahre Fachhilfe-Ausbildung. Alles begleitet von Sprachkursen. Dann muss auch in der Pflege die 3+2 Regelung greifen, das heißt dass die Auszubildenden drei Jahre Ausbildung absolvieren und danach noch mindestens zwei Jahren hier arbeiten dürfen. Denn nur mit genügend Nachwuchs in den Pflegeberufen können wir einen Pflegenotstand verhindern!“

Eine ausreichende und gesicherte Versorgung mit Pflegekräften, sowohl in den Kliniken als auch in den Altenheimen, ist jedoch teuer. „Wir müssen endlich generell mehr Geld für die Pflege ausgeben – mit verschiedenen Tropfen auf den heißen Stein ist es nicht mehr getan. Dabei stehe ich fest an der Seite der Pflegekräfte – wir brauchen sie für unsere Gesellschaft. Das müssen wir endlich anerkennen und entsprechend würdigen“, unterstreicht die Abgeordnete.