Ehrenamt ist kein Ersatz für Pflege! - Diana Stachowitz fordert einfache Vermittlung von „Unterstützung im Alltag“

22. August 2018

Diana Stachowitz, MdL vor Ort bei der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V
Diana Stachowitz, MdL vor Ort bei der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V

„Der Spaß am Ehrenamt sollte nach wie vor an erster Stelle stehen!“, betonte die Landtagsabgeordnete für den Münchner Norden Diana Stachowitz anlässlich ihres Besuchs bei der Fachstelle für pflegende Angehörige der Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. in der Seumestraße. Stachowitz, die selbst einen sozialen Beruf erlernt hat, nutzt die parlamentarische Sommerpause zum persönlichen Kontakt mit Beratungs- und Pflegeeinrichtungen vor Ort in München.

Die Fachstellen für pflegende Angehörige sind Anlaufstellen für Angehörige und Bezugspersonen, die mit einer Pflegesituation konfrontiert sind. Die verteilten Fachstellen in München bieten unter anderem Beratung für Angehörige, Betreuungsgruppen für Menschen mit Demenz sowie Begleitdienste für ältere Menschen an.

Ehrenamtliche spielen dabei eine wichtige Rolle - sie können die pflegenden Angehörigen im Alltag entlasten, z.B. indem sie den Patienten vorlesen, mit ihnen spielen oder sie durch Hilfe im Haushalt unterstützen. Dafür erhalten Pflegebedürftige bzw. ihre Angehörigen von der Pflegekasse 125 Euro im Monat, die sie an die Ehrenamtlichen weitergeben. „Das Interesse an dieser Tätigkeit ist im Prinzip groß, es melden sich viele freiwillige Helfer. Aber ihrem Wunsch steht ein Berg an Bürokratie entgegen“, beklagt Diana Stachowitz. Vor ihrem Einsatz müssen die Ehrenamtlichen in Bayern nämlich eine fachliche Qualifikation nachweisen, um überhaupt für diesen Job zugelassen zu werden. Das bedeutet seitenweise Formulare ausfüllen und auf einen Bescheid vom Ministerium warten. Auch für die pflegenden Angehörigen ist es schwer, Ehrenamtliche zu finden, die bereit sind, für 125 Euro im Monat im Haushalt zu helfen. „Welche Pflegefachkraft will in München für 125 Euro vier Mal im Monat putzen, kochen oder andere Haushalttätigkeiten übernehmen?“, fragt Diana Stachowitz. „Damit ist eine eigentlich gut gemeinte Idee zum Scheitern verurteilt, zumindest in München.“

Der Lösungsvorschlag der Münchner Abgeordneten: Sowohl die Auswahl der Ehrenamtlichen als auch die Vermittlung an die Pflegebedürftigen sollte direkt von den Fachstellen aus erfolgen. „Die haben das Know-how und erkennen, welche Ehrenamtlichen ernsthaft mit Senioren umgehen möchten. Dazu braucht es erstmal keinen Nachweis von pflegerischem Fachwissen, sondern Freude am Helfen. Die 125 Euro sind als Anerkennung für ein Ehrenamt angemessen - auf keinen Fall als Gehalt für Pflege.