„Unser Sport ist im Wandel. Die bisherige Sportförderung ist nicht mehr zeitgemäß.“

12. Juni 2018

v.l.n.r. Dirk Wurm, Harald Güller, Diana Stachowitz, Robin Kähler
Diana Stachowitz diskutiert über die Zukunft der Sportförderung

Schon zum zweiten Mal in diesem Jahr hielt die bayerische SPD-Landtagsfraktion ein sportliches Fachgespräch ab. Diesmal ging es um das Thema „Sportentwicklungsplanung - Ein Instrument der Zusammenarbeit“. Die sportpolitische Sprecherin der Fraktion, die Abgeordnete Diana Stachowitz, konnte gemeinsam mit ihrem Landtagskollegen Harald Güller zahlreiche Vereins- und Verbandsvertreter begrüßen, um mit ihnen zum Thema Sportentwicklungsplanung und die damit verbundenen Herausforderungen für die Kommunen zu diskutieren. Weitere Gäste waren Prof. Dr. Robin Kähler, Sportwissenschaftler von der Universität Kiel, und Dirk Wurm, Ordnungs- und Sportreferent der Stadt Augsburg, die beide fachlich in das Thema einführten.

„Der Sport ist im Wandel. Die Gewohnheiten im Sport und dessen Dimensionen ändern sich“, stellt die Landtagsabgeordnete Diana Stachowitz fest. „Die Menschen treiben nicht nur Sport in den Vereinen, sondern sind auch außerhalb aktiv - für sich alleine oder in der Familie, mit Freunden. Sie gehen spazieren, fahren Inline-Skating oder gehen zum Schwimmen. Auch für dieses ‚Sporteln‘, außerhalb von festen Strukturen, muss die Stadt Anlagen und Möglichkeiten zur Verfügung stellen. Hinzu kommt der demographische Wandel - viele Vereine verlieren Mitglieder, besonders im ländlichen Raum.“

Dies alles stelle die Kommunen und die Vereine vor neue Herausforderungen: Was bedeute dies für die kommunalen Sportanlagen? Für wen müssen diese geöffnet und konzipiert werden? Welche neuen Sportangebote müssen Sportvereine machen, um attraktiver zu werden? Sollen Sportmöglichkeiten der Vereine auch für Nicht-Mitglieder gelten? Dies alles müsse berücksichtigt werden. „Über allem steht die Frage, was mit dem Sport erreicht werden soll. Sport ist laut unserer bayerischen Verfassung ein Grundrecht - das ist auch richtig so! Er fördert die Gesundheit und die Fitness. Dabei ist er auch ein Bildungsgut, er vermittelt Regeln, Normen und Werte. Sport hat also auch eine unheimlich wichtige soziale Dimension“, erklärt Diana Stachowitz, „ein detaillierter Sportentwicklungsplan berücksichtigt all diese unterschiedlichen Dimensionen, so dass die Sportförderung gezielt dort eingesetzt werden kann, wo es am nötigsten ist.“ Derzeit werde vom Freistaat Bayern bei der Sportförderung das Gießkannenprinzip angewendet und es gelte oft das Motto ‚Wer laut schreit, bekommt am meisten‘. „Eine Neuerung und regionale Zuschneidung der Förderung ist dringend notwendig“, mahnt die Landtagsabgeordnete Diana Stachowitz, zuständig für den Münchner Norden und mit der Münchner Sportwelt bestens vertraut.

Zum Abschluss unterstrich Diana Stachowitz die immense Bedeutung der Sportvereine, trotz allem sportlichen Wandel: „Unsere Sportvereine sind immens wichtig für unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt, sie stehen für das Ehrenamt und für gesellschaftliche Verantwortung. Sie vermitteln kulturelle Werte und tragen Sport und Bewegung in unsere Mitte. Deswegen gilt es, das Ehrenamt von der Bürokratie zu entlasten - damit sie wieder Luft haben für den Sport und den Spaß am Ehrenamt. Ich danke den Vereinsvertretern und den Vereinsmitgliedern sehr herzlich: Ihr seid die tragende Säule unserer Sportwelt. Auf meine Unterstützung könnt ihr euch weiterhin voll und ganz verlassen - Lokal. Loyal. Leidenschaftlich.“

Teilen