Kirche braucht Ehrenamt

05. Dezember 2019

Diana Stachowitz, kirchenpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion

Anlässlich des Tags des Ehrenamtes schaue ich als kirchenpolitische Sprecherin dieses Jahr besonders auf das Engagement in den Kirchengemeinden.

Ohne Ehrenamt geht heute gar nichts. Weder in der Gesellschaft noch in den Kirchen. Knapp 15% der Deutschen engagierten sich 2018 ehrenamtlich. 1,1 Millionen in der evangelischen, Kirche. Rund die Hälfte der Katholiken übt in ihrer Gemeinde ein Ehrenamt aus. Auf jede hauptamtliche Arbeitskraft kommen im Schnitt für die verfasste Kirche etwa fünf Freiwillige, die ein breites Spektrum von ehrenamtlichen Tätigkeiten ausfüllen.

Was passiert, wenn Ehrenamtliche einmal nichts tun, hat die Aktion Maria 2.0 deutlich gezeigt: Das Gemeindeleben kommt zum Erliegen.

Ehrenamtliche arbeiten für mehr als Gottes Lohn. Sie bringen durch ihren Beitrag Lebendigkeit und Aktualität in das Gemeindeleben, sie „erden“ das Angebot ihrer Kirche vor Ort. Und sie sorgen auch dafür, dass die Kirche offen ist und bleibt. Offen für Neuzugänge, offen für den Austausch mit Menschen anderer Kulturen und Religionen und offen für aktuelle Themen und Bedürfnisse. Ehrenamtliche sind die Ohren der Kirche am Puls der Gesellschaft.

Durch Ehrenamtliche lebt die Agape, die Nächstenliebe als eine wichtige Ausdrucksform der Kirchen.

Deshalb müssen Ehrenamtliche nicht nur in die Entscheidungsprozesse der Kirchen und Gemeinden eingebunden sein, jenseits von Grenzen wie Konfession, Geschlecht und Kultur. Sie brauchen Anerkennung, Schulung, Würdigung. Und eine finanzielle Entschädigung im Rahmen der gemeindlichen bzw. kirchlichen Möglichkeiten.

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