Die SPD kämpft für den Sport in Bayern - Sportkonferenz im Bayerischen Landtag

03. Juli 2018

Harald Güller und Diana Stachowitz bei der Sportkonferenz 2018
Harald Güller und Diana Stachowitz bei der Sportkonferenz 2018

Rund 5 Millionen Menschen engagieren sich in Bayern ehrenamtlich im Sport. Warum? Die Antwort ist eindeutig: Den Ehrenamtlichen in den knapp 12.000 bayerischen Sportvereinen geht es nicht nur darum, gesund und fit zu bleiben. Sie schätzen das Miteinander und den Zusammenhalt. „Grade heute, wo viele Menschen aus beruflichen Gründen ihren Wohn- und Lebensmittelpunkt wechseln, wird der Verein zu einem Stück Heimat, unabhängig von ihren persönlichen kulturellen und regionalen Wurzeln“, weiß Diana Stachowitz, sportpolitische Sprecherin der BayernSPD Landtagsfraktion. Gemeinsam mit ihrem Landtagskollegen Harald Güller lud sie die Vertreter*innen der bayerischen Sportvereine zur Sportkonferenz in den Bayerischen Landtag.

„Die SPD steht zuverlässig an der Seite der Vereine – wir hören ihnen zu und wir bieten ihnen mit der Sportkonferenz eine Plattform für Information, Diskussion und Austausch“, sagte Diana Stachowitz zu Begrüßung. Dieses Angebot wurde auch dieses Jahr wieder intensiv genutzt, von Vereinen und Verbänden. Der Bayerische Landessportverband war ebenso vertreten wie der Bayerischer Volleyballverband, der Bayerische Rugbyverband, der Bayerische Handballverband, die Bayerische Sportjugend und der DJK Sportverband München und Freising.

Ist die Zukunft des Vereinssports in Gefahr? Das befürchten immer mehr Funktionäre und Aktive und nennen als Ursachen dafür vor allem den anhaltenden Schwund an Ehrenamtlichen. Dazu kommen die unzureichende finanzielle Unterstützung durch den Freistaat und, jüngstes Ärgernis, die Datenschutzgrundverordnung DSGVO, die vor allem bei ehrenamtlich geführten Vereinen zu großen Unsicherheiten geführt hat.

Auf der Sportkonferenz stellten die SPD-Sportpolitiker Stachowitz und Güller klar: Der Freistaat muss den Vereinssport stärken fördern. 60 Millionen im Jahr hören sich zwar gut an, aber, so erklärte Harald Güller, umgerechnet sind das grade mal 30 Cent pro Vereinsmitglied. Die SPD fordert, dass Vereinsmanagement und Organisationsleiter komplett vom Freistaat finanziert werden. Und auch im Sportstättenbereich muss in Zukunft mehr Geld fließen, denn in den nächsten Jahren kommt hier eine Welle nötiger Sanierungen auf uns zu.

Auch im Hinblick auf die DSGVO kämpft die SPD im Landtag für die Vereine. Stefan Müller von den Schwimmfreunden Moosach e.V. berichtete exemplarisch, wie „Datenschutz für Vereine“ gehen kann.

„Wir wollen, dass die Anforderungen für ehrenamtlich geführte Vereine gelockert werden und dass in Land und Bund die Regelungen der DSGVO zumindest im ersten Jahr noch nicht in vollem Umfang ausgelegt werden. Im Moment ist die Verunsicherung ja so groß, dass man sich nicht mal mehr traut, Umlauflisten für ein Kuchenbuffet beim Sommerfest anzulegen,“ so Diana Stachowitz. Ehrenamtlich geführte Vereine brauchen, das betonten die SPD-Sportpolitiker, auch keinen eigenen Datenschutzbeauftragten. Immer weniger Ehrenamtliche, unzureichende Aufwandsentschädigungen sowie zu viel Bürokratie gefährden die Zukunft der Vereine. „Eine der größten Herausforderungen wird sein, Rahmenbedingungen zu schaffen, die den Fortbestand der Vereine nachhaltig sichern,“ betonte Stachowitz. Denn gerade in Regionen, in denen die Bevölkerung wächst und immer mehr Familien leben, muss das Angebot an Sportarten und Sportstätten mitwachsen.

Im Idealfall holt der Sport die Menschen in ihrem Lebensalltag ab. Und der verändert sich ständig und schnell. Auf der Sportkonferenz wurden deshalb auch neue Trends aufgezeigt - und Wege für mögliche Kooperationen von Vereinen und Trägern der Gesundheitsvorsorge vorgestellt. Marion Kiem von der Abteilung Rehabilitation und Sozialmedizin der Deutschen Rentenversicherung Bayern Süd sagte, dass zum Beispiel Schwimmkurse für Kinder mit Adipositas im Nachgang zu einer Kinder-Reha denkbar wären. Oder speziell zugeschnittene Kurse für Erwachsene in Kombination mit Präventionsleistungen. Der Rentenversicherer legt einen Schwerpunkt auf präventions-und Rehabilitationsangebote für Erwachsene und zunehmend auch für Kinder. Hier könne man über zukünftige Kooperationen mit Vereinen nachdenken.

Eine ganz neue und zukunftsträchtige „Zielgruppe“ könnten sich die Verein im E-Sport sichern. Bislang, erklärte Herbert Scheuerer, Unternehmensberater und Founder des E-Sport Club München, werden die Gamer vom DOSB noch nicht als Sportler definiert, die Berliner Große Koalition will den E-Sport jedoch als eigene Sportart mit Vereins- und Verbandsrecht anerkennen. Rund 40 Prozent der Deutschen spielen online. Das wäre eine große Zahl neuer Mitglieder. „Es geht zunächst darum, die Schnittstelle zwischen ehrenamtlichen Vereinssportlern und kommerziellen Gamern zu definieren. Auch die Frage, inwieweit hier öffentliche Gelder zur Unterstützung des E-Sports fließen sollten, muss geklärt werden. Wir sind im konstruktiven Gespräch. Insgesamt ein spannendes Thema und ein interessanter Vortrag,“ sagte Diana Stachowitz.

E-Sport ist übrigens nicht nur für Online-Gamer interessant. Auf der Sportkonferenz konnten die beiden Politiker am Stand von re-FIT System ausprobieren, wie spannend Therapieübungen z.B. nach Hüft-OPs mit gestengesteuerten Videospielen sein können. Ein Ansatz, der vor allem als Rehamaßnahme für Kinder entwickelt wird.

Dass und wie Sport Kinder und Jugendliche begeistert und Gemeinschaft fördert, bewiesen die „Dancing Angels“ des FC Fasanerie Nord e.V. mit ihrer brandneuen James Bond-Choreographie unter großem Beifall der Gäste.

„Ohne Sport ist das Leben nicht nur ungesund, es macht viel weniger Spaß“, so das Fazit von Diana Stachowitz am Ende der Sportkonferenz. „Und das sollten wir am besten schon den Kindern vermitteln. Dafür ist der Schulsport wichtig - genauso wie ein buntes Sportangebot von Vereinen. Denn zusammen rennen, kicken, schwimmen, tanzen - das ist es, was Kinder und junge Menschen brauchen, gerade, wenn sie in der Schule so sehr gefordert werden wie heute. Die SPD kämpft für den Sport in Bayern, mutig, modern und motiviert.“

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