Ein ganz großer Wurf - Sportpolitikerin Diana Stachowitz holt den „Rollstuhlführerschein“ in den Münchner Norden

19. Februar 2016 | Inklusion

Diana Stachowitz, MdL mit den Spielern des USC München E.V. und den Schulkindern

30 Schülerinnen und Schüler der Grundschule an der Eduard-Spranger-Straße hatten am 18. Februar 2016 unter Anleitung der Bundesligaprofis des USC München Rollstuhlsport e.V viel Spaß beim „Rollstuhl-Führerschein“

„`Inklusion in der Schule‘ ist in aller Munde - wir im Münchner Norden nehmen das Thema nicht nur ernst, wir nehmen es in die Hand, und das im wahrsten Sinne des Wortes“, so erklärte Diana Stachowitz, MdL, sportpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, ihre Idee, in der Grundschule an der Eduard-Spranger-Straße im Münchner Stadtteil Hasenbergl einen „Rollstuhl-Führerschein“ anzubieten.

Die Basketballer des USC München Rollstuhlsport e.V., alles gestandene Bundesligaprofis, waren sofort bereit, zu den Grundschulkids zu kommen. Denn es ist eine Sache, im Unterricht über Behinderung zu sprechen und alles, was dazu gehört. So einen Rollstuhl live auszuprobieren und damit nicht nur den Gang auf und ab zu fahren, sondern Basketball zu spielen, das ist natürlich viel spannender. Wenn die „Lehrer“ dann auch noch erfolgreiche Vollblutsportler sind, wird das Sportereignis zum unvergesslichen Erlebnis. „Unter dem Motto 'Feuer und Flamme für Sport & Inklusion' bietet unser Verein inklusive Sportevents für Groß und Klein an. Bei unseren Bundesliga-Heimspielen gibt es Spiel und Spaß für die ganze Familie. Und die Kinder und Jugendlichen aus Schulen im Stadtgebiet München können mit uns den Rollstuhl-Führerschein machen", sagte Astrid Unterreiner, Pressesprecherin des USC.

Rollstuhlbasketball eignet sich ganz besonders, um Menschen mit und ohne Handicaps zusammenzubringen, weil einfach alle Spieler im Rollstuhl sitzen. „Das ist Inklusion pur“, so Sportpolitikerin Diana Stachowitz. Sie setzt sich in ihrer parlamentarischen Arbeit schwerpunktmäßig für Inklusion im Sport ein und weiß: „Neben den nötigen Rahmenbedingungen wie barrierefreie Hallen, ausgebildete Fachlehrer und die nötigen Geräte brauchen wir auch ein Grundverständnis zwischen Kindern mit und ohne Behinderung. Inklusion ist erst dann erreicht, wenn ein Handicap einfach als eines von vielen individuellen Merkmalen aufgefasst wird, wie Augen- oder Haarfarbe.“ Bis dahin ist es noch ein weiter Weg, weiß Diana Stachowitz. „Aber mit solchen Aktionen wie dem Rollstuhlführerschein schaffen wir eine gute Grundlage dafür, dass Kinder Menschen mit Behinderung als selbstverständlich akzeptieren.“

Der Plan ging auf: Die Basketballer des USC München waren die absoluten Stars der 4.-Klässler. „Wie die sich den Ball abjagen und in den Korb werfen, so schnell, und alles im Rollstuhl“, staunte ein Junge. Was am Anfang „kinderleicht“ aussah, erwies sich für die Kinder in der Praxis dann als ziemlich schwierig. „Man muss ganz schön geschickt sein und aufpassen“, stellte ein Mädchen fest. Und plötzlich wurde aus einem Handicap ein echter Vorsprung. Schnell merkten die Kinder auch den Unterschied zwischen einem „normalen“ und einem Sportrollstuhl. „Der geht ja richtig ab, wie schnell kann man damit fahren?“ fragte ein Junge. Die Antwort: bis zu 20 km/h. „Und was kostet so was?“, hakten die Kinder nach – und staunten nicht schlecht, als sie hörten, dass der Preis für einen Sportrollstuhl zwischen 3.000 und 10.000 Euro liegt. Nach ein paar Aufwärmübungen und einem Rollstuhlwettrennen wurde es dann ernst, und die Kinder durften eine Runde echtes Rollstuhlbasketball spielen, mit Dribbeln, Antäuschen und Korbwerfen. „Das geht ja schon richtig gut“, lobte USC-Profi Alex. Die zwei Schulstunden gingen viel zu schnell vorbei, und die Kinder hatten noch lange nicht genug von diesem Sport. Kein Problem, denn bei den Bundesliga-Heimspielen des USC können sie mit ihren Eltern und der ganzen Familie jederzeit wieder Rollstuhlbasketball-Luft schnuppern. Und wer weiß, vielleicht spielt ja einer von ihnen in der Zukunft sogar mit. Schließlich ist Rollstuhlbasketball ein inklusiver Sport.

„Deshalb mache ich solche Aktionen“, erklärte Sportpolitikerin Diana Stachowitz. „Wenn wir Menschen erreichen wollen mit unseren Ideen und Programmen, dann müssen wir sie da abholen, wo sie sind. Und das fängt in den Köpfen an. Am besten bei den Kindern.“

„Ihr seid ab heute meine Inklusions-Botschafter, denn Ihr habt jetzt Erfahrung,“ gab sie den Schülerinnen und Schülern zum Abschluss mit auf den Weg.

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